Wie funktioniert das?
Wie funktioniert das mit den Aufstellungen?
Die Systemische Aufstellung ist eine Methode, mit der Beziehungen, Wechselwirkungen und Dynamiken innerhalb eines Systems sichtbar gemacht werden können. Als System gelten beispielsweise Familien, Teams, Organisationen oder auch innere Persönlichkeitsanteile.
Grundlage der Methode ist die systemische Sichtweise: Menschen stehen in vielfältigen Beziehungen zueinander und beeinflussen sich gegenseitig. Veränderungen bei einer Person oder innerhalb eines Teils des Systems können Auswirkungen auf das gesamte System haben. Eine Aufstellung hilft dabei, diese Zusammenhänge aus einer neuen Perspektive wahrzunehmen und mögliche Ressourcen, Konflikte oder Lösungsansätze zu erkennen.
Definition
Unter dem Begriff Systemische Aufstellung werden verschiedene Verfahren zusammengefasst, bei denen die Elemente eines Systems räumlich dargestellt werden. Dies kann durch Stellvertreterinnen und Stellvertreter oder mithilfe von Figuren, Symbolen oder Bodenankern erfolgen.
Die räumliche Anordnung ermöglicht es, Beziehungen und Spannungsfelder sichtbar zu machen und neue Blickwinkel auf ein Anliegen zu gewinnen. Die Aufstellung wird von einer entsprechend ausgebildeten Fachperson begleitet, die den Prozess strukturiert und reflektiert.
Je nach Fragestellung kommen unterschiedliche Formen der Aufstellungsarbeit zum Einsatz, beispielsweise:
- Familienaufstellungen
- Organisationsaufstellungen
- Teamaufstellungen
- Strukturaufstellungen
- Aufstellungen innerer Anteile
Die Wurzeln der Aufstellungsarbeit reichen unter anderem auf das Psychodrama von Jacob L. Moreno sowie die familienorientierten Ansätze von Virginia Satir zurück. Daraus haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Schulen und Methoden entwickelt.
Wann kann eine Systemische Aufstellung sinnvoll sein?
Systemische Aufstellungen können Menschen dabei unterstützen, komplexe Situationen aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Sie werden unter anderem im Coaching, in der Beratung, in der Organisationsentwicklung und teilweise auch in therapeutischen Kontexten eingesetzt.
Sie können insbesondere hilfreich sein, wenn
- Konflikte immer wieder in ähnlicher Form auftreten,
- Entscheidungen schwerfallen,
- Beziehungen festgefahren erscheinen,
- Team- oder Organisationsprozesse besser verstanden werden sollen,
- bisherige Lösungsversuche nicht zum gewünschten Ergebnis geführt haben.
Eine Aufstellung ersetzt jedoch keine medizinische, psychotherapeutische oder rechtliche Beratung. Außerdem ist nicht jedes Problem auf systemische Zusammenhänge zurückzuführen. Ob eine Aufstellung geeignet ist, sollte daher im Einzelfall geprüft werden.
Beispiele aus dem privaten Bereich
Eine Familien- oder Paaraufstellung kann unter anderem hilfreich sein, wenn
- Beziehungsmuster immer wiederkehren,
- Partnerschaften häufig scheitern,
- familiäre Konflikte besser verstanden werden sollen,
- wichtige persönliche Entscheidungen anstehen,
- wiederkehrende Belastungen im Familiensystem näher betrachtet werden möchten.
Beispiele aus Organisationen
Auch Unternehmen und Teams bilden soziale Systeme. Organisationsaufstellungen können dazu beitragen, Zusammenhänge innerhalb dieser Systeme sichtbar zu machen, beispielsweise bei
- wiederkehrenden Konflikten zwischen Teams,
- Kommunikationsproblemen,
- hoher Mitarbeiterfluktuation,
- unklaren Verantwortlichkeiten,
- festgefahrenen Veränderungsprozessen.
Was ist eine verdeckte Systemische Aufstellung?
Bei einer verdeckten Aufstellung wissen die Stellvertreterinnen und Stellvertreter nicht, welche Personen, Rollen oder Themen sie repräsentieren. Teilweise kennt auch die Klientin oder der Klient die Zuordnung zunächst nicht. Diese Informationen liegen ausschließlich der Aufstellungsleitung vor.
Durch dieses Vorgehen sollen spontane Wahrnehmungen und Reaktionen ermöglicht werden, ohne dass Vorwissen oder Erwartungen den Prozess beeinflussen.
Beispiel
Ein Klient möchte entscheiden, ob er seine bestehende Partnerschaft fortführen oder beenden soll. In einer verdeckten Aufstellung werden verschiedene Positionen vergeben, etwa für die bestehende Beziehung, eine alternative Möglichkeit oder weitere Entscheidungsoptionen. Die Beteiligten kennen deren Bedeutung zunächst nicht.
Während der Aufstellung werden Wahrnehmungen, Bewegungsimpulse und Beziehungen zwischen den Positionen beobachtet. Erst am Ende werden die Rollen offengelegt und gemeinsam reflektiert. Ziel ist es, neue Perspektiven auf das eigene Anliegen zu gewinnen und den Entscheidungsprozess zu unterstützen.
